Was ist nötig um eine Idee zu lizenzieren?

Ich werde immer wieder gefragt „Ist meine Idee nicht zu einfach, zu wenig high-tech?“ Meine Antwort ist „Gut, dann ist Sie umso besser geeignet für das Product Licensing“.  Kern des Lean Inventing ist Produkte schnell und einfach umzusetzen. Das heißt, eine Idee auszuarbeiten, einen Prototyp bauen und schützen, um diesen zügig, möglichst vielen potenziellen Lizenznehmern zu zeigen, mit anderen Worten den Markt zu testen. Product Licensing ist ein Zahlenspiel. Nicht für jede deiner  Ideen wirst du einen Lizenznehmer finden. Je stärker  du dich an die Methoden meines  Lean Inventing Prozesses hältst, umso besser wird deine Abschlussquote sein.

Ich durfte diese Woche  eine meiner Ideen bei P&G Oral-B in der Produktentwicklung vorstellen. Wir haben uns auch über Markttests unterhalten und ich erwähnte dass   ich „nur“ bei etwa der Hälfte meiner Ideen  einen Abschluss mit einem Lizenznehmer  erziele. Ich betone „NUR“ weil ich davon ausging, dass  Experten von Procter & Gamble nahezu jedes ihrer Produkte das irgendwann im Regal landet auch erfolgreich dort bleiben wird. Tatsächlich liegt die Erfolgsquote für neue Produktideen auch bei einem Vorzeigekonzern wie P&G noch unter 50 Prozent. Aus diesem Grund valideren sie ihre Produkte sehr früh durch gezielte Markttests in ausgesuchten Handelsmärkten. Produkte die eine geringe Umschlagshäufigkeit in diesen Testmärkten aufweisen werden aussondiert, bevor die Masse an Konsumenten diese zu sehen bekommt. Die Erfahrung zeige, dass je einfacher die Produkte seien, das heißt  auch je weniger revolutionär das Konzept sei, desto grösser seien die Aussichten auf Erfolg. Dies gilt sowohl für ein Lizenzagreement als auch für den Vermarktungserfolg des Lizenznehmers mit dem Produkt.

Für uns Erfinder heißt das einmal mehr, dass es nicht immer nur die ganz großen, revolutionären Ideen braucht. Natürlich gibt es diese auch, jedoch sind sie oft  mit high-tech Innovationen verbunden,  was die Experten mit gossen Budgets in den Entwicklungsabteilungen von Apple, Google oder Siemens viel besser können. Wir sollten uns daher im Product Licensing stattdessen auf die kleinen, schrittweisen Verbesserungen konzentrieren. Clevere Ideen die wir selber schnell und mit möglichst wenig Aufwand umsetzen können, und sie potenziellen Lizenznehmer zeigen.  Das mag für den ein oder anderen vielleicht etwas langweilig oder un-sexy klingen. Aber um langfristig mit Product Licensing erfolgreich zu sein, das heißt sich ein passives Einkommen zu schaffen um finanziell frei zu werden, braucht es Abschlüsse, kein Sexappeal.

Happy Inventing!
Euer Peter Hug

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